Themenschwerpunkt 1

Schriftsprachliche Fähigkeiten und schriftbasierte Handlungen

Koordination:

Prof. Dr. Zeynep Kalkavan-Aydin (PH Freiburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! & N.N.

 

Schriftbasierte Handlungen – wie es im Titel der Sektion – heißt, betreffen nicht nur Schriftkenntnisse in der bzw. in den jeweiligen Sprache(n) der Lerner*innen, sondern vor allem auch ihre Fähigkeiten zur Textproduktion. In älteren Arbeiten wie etwa im Schreibprozessmodell nach Hayes und Flower (1980) bzw. der Revision von Hayes (1996, 2012), welches inzwischen auch in unterschiedlicher Weise modifiziert wurde (z.B. Bachmann & Becker-Mrotzek 2016), wird verdeutlicht, welche Rolle die Aufgaben, die Textmusterwahl oder auch die kommunikative Situation neben den persönlichen Faktoren (u.a. kognitiv und sprachlich) beim Schreiben spielen.

Aktuelle Studien ergänzen diese Arbeiten insofern, da verdeutlicht wird, dass mehrsprachige Lerner*innen je nach Bildungs- und Sprachbiographie beim Schreiben von Texten in der Zielsprache Deutsch auch auf ihre erstsprachlichen Kenntnisse zurückgreifen. Diese reichen von kulturreflexiven Aspekten bis hin zu sprachlichem und textsortenspezifischem Wissen. Die thematische Breite liegt sowohl auf den Anfängen der Textproduktion bis zum wissenschaftlichen Schreiben in Deutsch als Fremdsprache auf C1 und C2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. In den letzten Jahren rückten dabei die «gesamtsprachlichen» Ressourcen von mehrsprachigen Lerner*innen immer stärker in den Fokus. Dies gilt insbesondere auch für das fach- und berufssprachliche Schreiben, welches sowohl in unterschiedlichen Klassenformen (Berufsschulen, VABO-Klassen) als auch in der Erwachsenenbildung zunehmend relevant gesetzt wird.

Da «schriftbasiertes Handeln» für das gesellschaftliche Leben hoch relevant ist und unterschiedliche Teilbereiche wie Textsortenkompetenz und Schreiben in multimodalen Kontexten impliziert, widmen wir uns in dieser Sektion Fragen und empirischen Arbeiten, die sich mit «schriftsprachlichen Fähigkeiten» im Sinne von Schreibfähigkeiten und Textkompetenz in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache im schulischen und universitären sowie außerschulischen bzw. außeruniversitären Kontext befassen.

Willkommen sind daher Beiträge zu Forschung und praxisorientierten Studien in Bezug auf folgende Themenschwerpunkte:

  • Welche Rolle spielen «klassische» Modelle zur Entwicklung einer Schreibkompetenz und inwieweit lassen sich diese auf spezifische Bereiche übertragen (z.B. auf das wissenschaftliche Schreiben)?
  • Wie können Schreibfähigkeiten im Hinblick auf Text(sorten)kompetenz diagnostiziert und gefördert werden?
  • Welches Potenzial hat Schreiben in multimodalen Kontexten?
  • Welche didaktischen Ansätze, Konzepte und Modelle eignen sich zur Förderung von Schreibkompetenz, insbesondere in Bezug auf plurilinguale Kompetenzen?
  • Welche Konzepte und didaktischen Modelle liegen zur Analyse und Förderung der Schreibkompetenz im fach- und berufsbezogenen Bereich vor?

 

Interessierte Referent*innen werden gebeten, zwischen dem 18.01.2022 und 15.04.2022 ihre Vorschläge für einen Beitrag in diesem Themenschwerpunkt (insg. 60 Minuten, davon ca. 30-35 Minuten Vortrag + 25-30 Minuten Diskussionszeit) mit einem Abstract von ca. 20 Zeilen Länge ausschließlich über das Online-Formular einzureichen. Abstracts, die direkt an die Betreuer*innen des Themenschwerpunktes gehen, werden NICHT berücksichtigt! Die Betreuer*innen stehen aber natürlich gern für Rückfragen zur Verfügung.